Was ist die Journey?

Die Journey wurde von Brandon Bays entwickelt, als sie selbst an einem grossen Tumor in der Gebärmutter litt. Sie wollte sich nicht operieren lassen, sondern einen alternativen Weg finden, um den Tumor zu heilen. Wie genau sie diesen Weg geht schildert sie in ihrem Buch „The Journey – der Highway zur Seele“ oder im folgenden Film

Heute wird die Journey nicht nur bei Krankheiten, Unfällen und körperlichen Symptomen eingesetzt, sondern ist auch sehr gut anwendbar bei Depressionen, Angstzuständen, Beziehungsproblemen, Konflikten usw. Auch Kinder reagieren sehr positiv auf die Methode wenn sie Probleme in der Schule oder zu Hause haben. Wie geht das?

Erlebnisse, die uns Menschen überfordern oder überwältigen (vor allem als Kind) werden in unserem Körper gespeichert. Dazu gehören Traumatisierungen des Körpers bei Unfällen, körperlicher oder seelischer Missbrauch, emotionale Übergriffe oder schwere Krankheiten. Diese meist unbewussten Erinnerungen, vor allem wenn sie einen traumatischen Hintergrund haben, können unser Leben auf vielseitige Weise einschränken Dabei geht es keineswegs nur um hochtraumatische Erfahrungen. Auch eine als lieblos, achtlos oder beängstigend empfundene Umgebung kann, vor allem als Kind, tiefe Spuren von Misstrauen, innerer Leere, Depression bis hin zu einer Disposition für bestimmte Krankheiten hinterlassen.

Die Journey bringt uns in Kontakt mit diesen gespeicherten Erinnerungen und hilft uns, diese auflösen. Es ist nicht unser Ziel, die Vergangenheit ungeschehen zu machen. Vielmehr wollen wir uns von den unschönen Folgen befreien, die diese Ereignisse und die Schlüsse, die wir daraus zogen, für uns gehabt haben. Dies ist möglich, weil Körper (unser Gedächtnis), Geist (unsere Gedanken, Glaubenssätze und Emotionen) und Seele (unser freies Selbst) miteinander verbunden sind.

Was den genauen Ablauf betrifft, ist es nicht erforderlich zu wissen, wie eine Journey Schritt für Schritt vor sich geht. Dies ist in Brandon Bays Büchern ausführlich beschrieben. Am leichtesten auf den Prozess einlassen können sich Menschen, die sich ohne bestimmte Vorstellungen und Erwartungen auf die Reise machen. Darum hier nur eine unspezifische Beschreibung des Ablaufs einer Journey.

Normalerweise besteht eine Journey aus zwei Teilen. Im ersten Teil wenden wir uns Gefühlen zu, die gerade da sind oder die mit bestimmten Vorfällen in unserem Leben verbunden sind. Wir erlauben diesen Gefühlen, auch und gerade den „schwierigen“ Gefühlen wie Angst, Wut, Scham usw., einfach da zu sein. Von diesen Gefühlen oder besser gesagt, unserer Wahrnehmung davon, lassen wir uns immer tiefer in unser Inneres führen, bis unerwartet ein Raum der Ausdehnung und der Akzeptanz sich öffnet. Dies passiert von alleine und ohne Anstrengung. Um zu wissen, wie sich das anfühlt, gibt es keinen anderen Weg, als es zu erleben. Wir ruhen dann eine Zeitlang in diesem Zustand der Annahme und des Zu Hause Seins. Brandon Bays nennt das eine „Quellerfahrung“. Es ist die Erfahrung, dass wir mehr sind als unsere Probleme, unsere Gedanken, unsere Krankheit usw. Die meisten Menschen sind erstaunt, dass so ein Zustand so „leicht“ zu erreichen ist.

Im zweiten Teil der Journey wenden wir uns den Erinnerungen zu, die im Verlauf der Reise aufgetaucht sind. Mit einem Mentor, einem inneren Helfer, der uns bei der Verarbeitung unserer Erinnerungen unterstützt, gehen wir an einen Platz, den wir Lagerfeuer nennen. Ein jüngeres Ich, ein Teil von uns, der in der Vergangenheit eine unverarbeitete evt. traumatische Erfahrung erlebt hat, bekommt Gelegenheit, dieses Erlebnis im Dialog mit den involvierten Personen zu verarbeiten. In den Gesprächen am Lagerfeuer kann all das zum Vorschein kommen, wofür es in der Vergangenheit keine Möglichkeit gab. Diese Aussprache geht solange, bis alles gesagt, gefühlt und ausgedrückt ist.

Wenn das passiert ist, fällt es dem jüngeren Ich leicht, zu vergeben. Und dies auch in Situationen, wo das vor der Aussprache am Lagerfeuer ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre. Vergeben heisst übrigens nicht, Übergriffe oder Gewalttaten zu beschönigen, zu verdrängen oder zu vergessen. Vielmehr bedeutet es die Bereitschaft, die Vergangenheit endlich zurück und den damit verbundenen Schmerz los zu lassen. Wir sind bereit, für die Folgen des damaligen Geschehens von jetzt an die Verantwortung zu übernehmen. Keine einfache Sache! Meist haben wir alles getan, um das nicht tun zu müssen. Die erwähnte Vergebung kommt als natürlicher Schritt ohne moralische Komponente zustande. Ich vergebe also nicht, weil ich dem Betroffenen etwas Gutes tun will, sondern weil ich merke, dass es mir selbst gut tut zu vergeben. Geschieht das, fühlt sich das jüngere Ich (und damit die ganze Person) von einer grossen Last befreit. Dies hat weitreichende Folgen für das Wohlergehen und die Gesundheit der Klientin, des Klienten